Vier Weihnachtsverlosungen, vier Gewinnchancen!

In diesem Jahr sind in Deutschland wieder einige spanische Graphic Novels erschienen, die ich übersetzen durfte. Da ich mitunter mehrere Belegexemplare meiner Übersetzungen erhalte und mein Bücherturm weiter wächst, meine Wohnung aber leider nicht, möchte ich mich mit – nicht einer, nicht zwei, nicht drei, sondern sage und schreibe – VIER Verlosungen von vier Exemplaren trennen.

Was gibt es zu gewinnen?

„Gaudís Gespenst“ von El Torres und Jesús Alonso Iglesias
„Odem“ von Max
„Tschernobyl: Rückkehr ins Niemandsland“ von Natacha Bustos und Francisco Sánchez
„La casa“ von Paco Roca

Was müsst ihr tun?

Ganz einfach: Entweder hier auf dem Blog oder in meinem Facebook-Profil einen Kommentar abgeben und den Namen des Comics, den ihr gewinnen möchtet, oder einfach „Alle“ eingeben, um an allen vier Verlosungen teilzunehmen. Fairerweise kann aber niemand mehr als ein Buch gewinnen. Wer also als Sieger ausgelost wird, ist automatisch nicht mehr bei der oder den nächsten Verlosung(en) dabei.

Stichtag für die Teilnahme ist Montag, der 19.12.2016, 22:00 Uhr. Ab Dienstag, den 20.12.2016 veröffentliche ich dann vier Tage lang jeden Morgen den Gewinner des jeweiligen Buches auf meinem Facebook-Profil, und die Gewinner werden aber auch per E-Mail benachrichtigt. Die Päckchen werden allerdings erst Anfang Januar verschickt.

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Wir Deutschen sind so?

Illustration: © Lena SteinkeEs ist kaum zu glauben, dass in einer globalisierten und hyperinformierten Welt die Vorurteile gegenüber anderen Kulturen fortbestehen –noch dazu in einander relativ nahen Kulturen wie der spanischen und der deutschen –, aber sie sind tatsächlich weiterhin vorhanden. In Spanien höre ich noch immer oft Sätze wie „Ich dachte, ihr Deutschen seid …“ oder „Ach, ihr Deutschen macht …?“. IHR Deutschen? Welche denn? Die jungen oder die alten? Die aus Hamburg oder die aus München? Die mit Hochschulabschluss oder die Schulabbrecher? Selbstverständlich gibt es auch in Deutschland eine ebenso große Vielfalt an Menschen wie überall. Was haben denn zum Beispiel in Spanien ein galicischer Millionär, ein Proll aus Madrid, eine Hausfrau aus Extremadura, ein katalanischer Bürgermeister und eine Go-go-Tänzerin aus Valencia gemeinsam? Eben!

Heute habe ich einige der üblichen Klischees über „die Deutschen“ zusammengetragen,die sich hartnäckig halten, und mit Informationen (auf Spanisch!) verlinkt, um sie zu widerlegen.

  1. Wir Deutschen sind langweilig und verstehen nichts vom Feiern. (Karneval in Köln, Mainz und Rottweil, Oktoberfest, Hafengeburtstag Hamburg; Vatertag; Volksfeste in ganz Deutschland)
  2. Wir essen hauptsächlich Würstchen, Eisbein, Sauerkraut und Kartoffeln. (Deutsche Gastronomie; 282 deutsche Restaurants mit Michelin-Stern; Vegetarier in Deutschland)
  3. Wir sind humorlos. (Einige deutsche Humoristen/Komiker; die Klassiker; Lachmesse Leipzig)
  4. Wir mögen nur Schlager und Polka. (Metalbands; beliebte Bands aus dem Radio; auch im Ausland bekannte Bands und Künstler)
  5. Wir trinken nur Bier. (Deutsche Weinstraße; Weinfeste; deutsche Weine; deutsche Gins; deutsche Whiskys)
  6. Wir lieben Mallorca und die Kanaren, weil wir weder Inseln noch Strände haben. (Deutsche Inseln; die schönsten 10 Strände Deutschlands)
  7. Wir sind blond und haben blaue Augen. (Die Mannschaft; Deutsche mit ausländischer Herkunft)
  8. Wir können nur gut Fußball spielen. (Deutsche Sportler(innen); Formel 1; deutsche Tennisspieler(innen); deutscher Ironman; deutsche Olympiasportler)
  9. In Deutschland ist es das ganze Jahr über kalt und regnerisch. (Unterschiedliche Klimas; deutsche Sommer)
  10. Wir lügen nie. (Volkswagen-Skandal; WM-2006-Skandal)
  11. Wir sprechen sehr gut Englisch. (Günther Oettinger, Europapolitiker;  (Lothar Matthäus, ehemaliger Fußballspieler und Trainer; deutscher Akzent im Englischen; Nachahmung des deutschen Akzents im Englischen)
  12. Wir sind sehr kultiviert. (Daniela Katzenberger; Nachahmung deutscher „Prolls“ (Musikvideo)Sendung „Frauentausch“; Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“; Sendungen „Schwiegertochter gesucht“/„Beate und Irene“)
  13. Unser Beitrag zur Mode sind Sandalen mit weißen Socken und Lederhosen/Dirndl. (Karl Lagerfeld, Hugo Boss, Wolfgang Joop)
  14. Wir Deutschen heißen Peter, Michael und Hans oder Heidi, Sabine und Claudia. (Mutter ruft ihre Kinder (1), Mutter ruft ihre Kinder (2), Ranking der Babynamen 2015)
  15. Wir sind immer pünktlich. (Deutsche Bahn)
  16. Wir sind Planer, gut organisiert und sparsam. (Große Bauprojekte mit überhöhten Kosten und Verspätungen; Verschwendung von Steuergeldern)
  17. Nach 18 Uhr gehen wir nicht mehr aus dem Haus. (Nachtleben in Deutschland; bekannte Clubs und Discos in ganz Deutschland)
  18. Wir klingen immer, als wären wir wütend, so wie Charlie Chaplin in „Der große Diktator“. (Verschiedene deutsche Stimmen (50 bekannte Synchronsprecher); aus TV und Radio bekannte Stimme von Susi Müller)

Na, was sagst du? Vielleicht hast du ja jetzt eine differenziertere Meinung über „die Deutschen“. Der Gerechtigkeit halber werde ich demnächst auch mit den spanischen Klischees aufräumen. Schluss mit den Klischees!

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Ist das halt so?

Ich wollte eigentlich einen Artikel über meine Gefühle nach den spanischen Parlamentswahlen im Juni schreiben. Über die Tatsache, dass eine Partei gewonnen hat, aus der fast 500 Mitglieder in unzählige Fälle von Korruption, illegale Finanzierung und Wahlbetrug verwickelt sind. Darüber, was das über Spanien und die Millionen Wähler und Sympathisanten dieser Partei aussagt. Über das Bild, das jungen Leuten damit vermittelt wird. Über ebenso tief verwurzelte wie toxische Redensarten wie „Más vale malo conocido que bueno por conocer“ (etwa: „Lieber das bekannte Übel als das unbekannte Glück“) oder „Total, todos roban“ („Na und? Die klauen doch sowieso alle“) (und die Varianten „Ach, das machen doch alle“ und „Blöd ist, wer es nicht tut“). Über den Schaden, den solche Sätze bei denen anrichten, die sie aussprechen, und bei denen, die sie zu hören bekommen. Über das in letzter Zeit schwarzseherisch, pessimistisch und konformistisch wirkende Spanien. Über eine Kultur, in der es als Erfolg gilt, nach einem Vergehen oder einer Straftat „ungeschoren davonzukommen“.

Ich wollte über die Krise – anfangs in wirtschaftlich und finanziell, dann auch auf sozialer und kultureller Ebene – schreiben, die in Spanien andauert und sich so sehr in den Köpfen der Menschen eingenistet hat, dass sie quasi schon zum spanischen Charakter zu gehören scheint (ich bin mir bewusst, dass ich hier verallgemeinere). Über Sätze wie „Es lo que hay“ („Das ist halt so“), die jeden Versuch einer Reflexion oder einer Verbesserung unterdrücken und im Keim ersticken. Über kritische Menschen, wobei ich nicht „kritisch“ wie in „kritisches Denken“ meine, sondern wie in „kritischer Zustand“; und über Nörgler, die Mittelmäßigkeit als natürlichen Zustand hinnehmen und jeden Versuch, etwas zu verändern, zu verbessern oder den immer teuflischeren Teufelskreis zu durchbrechen, als negativ und kritisierbar betrachten.

Ich wollte darüber schreiben, dass ich mich angesichts dieser Atmosphäre, die ich in Spanien wahrnehme, freue, weiter ein „Alemol“ zu sein und der Resignation zu widerstehen, und dass ich stolz auf meine „deutsche Hälfte“ bin. Und darüber, dass ich nie pessimistische Sätze wie die oben genannten verwenden werden. Darüber, dass ich Optimist bleibe und weiter bemüht sein werde, mich weiterzuentwickeln und durchzuschlagen, jedoch nie auf Kosten anderer.

Über all das wollte ich schreiben, aber dann habe ich gedacht: Was würde ich damit erreichen? Meine Gedanken sind ja nicht neu, und ich bin auch nicht der einzige, der so denkt. Man konnte sie schon vor den letzten (Vor)Wahlkämpfen lesen und hören, denn es gibt noch mehr Menschen, die gegen die spanische Schwarzseherei ankämpfen, aber … was hat es genützt? Ja, ich verallgemeinere schon wieder, denn nicht alle Spanier sind Schwarzseher oder Konformisten, doch diejenigen, die es sind, geben uns anderen das Gefühl, in der Minderheit zu sein. Ich bemerke auch eine wachsende Politikverdrossenheit, die sich darin spiegelt, dass sich Kritik auf Stammtischgespräche beschränkt, statt an den Wahlurnen zum Ausdruck gebracht zu werden. In den Kneipen und den sozialen Netzwerken schimpfen die Leute jederzeit über alles und jeden, doch sobald es darauf ankommt, scheuen sie es, einen aktiven Beitrag zu einer Veränderung zu leisten. Und mit dieser passiven, verdrossenen Haltung, die sich immer mehr auszubreiten scheint, kann ich mich überhaupt nicht identifizieren. Ich weiß nicht, ob dieser fehlende Pragmatismus ein spanischer Charakterzug oder generationsbedingt ist, aber zweifellos ist er da, richtet viel Schaden an und breitet sich schnell aus. Ist das halt so …?

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