Verwaiste Sprache?

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Schon im Juni dieses Jahres verordnete die Stadt Bern ihren Beamten, statt der mutmaßlich sexistischen Begriffe „Vater“ und „Mutter“ das geschlechtsneutrale „Elter“ oder „Elternteil“ zu verwenden. Nun zieht der Europarat auf Initiative einer Schweizerin mit Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten nach und stellt einen ganzen Katalog mit so genannten geschlechtsabstrakten Personenbezeichnungen vor. Selbst bekannte Sprachpfleger sind angesichts der Vorschläge eher sprachlos (siehe Artikel von Bastian Sick im Spiegel online).

Auch das spanische Organgesetz 3/2007 für die tatsächliche Gleichheit zwischen Frau und Mann enthält im Kapitel III Hinweise zur sprachlichen Gleichbehandlung von Mann und Frau in den Medien, beispielsweise in der spanischen Rundfunkanstalt RTVE und der spanischen Presseagentur Agencia EFE. Mit ihrem Vorschlag, neben „miembro“ (Mitglied) auch „miembra“ (etwa: Mitgliederin) zu verwenden, stieß die spanische Gleichstellungsministerin allerdings 2008 weitgehend auf Unverständnis. Dass Sprache zweifellos sexistisch sein kann, beweist eine (nicht ganz ernste) Liste spanischer Sprachpaare, die seit Jahren im Netz zu finden ist. Vorsicht, es handelt sich um derbe Beispiele und nichts für zartbesaitete Seelen! Die Frage ist aber, inwieweit sich die Alltagssprache durch Vorschriften und Vorschläge „von oben“ beeinflussen lässt …

3 KOMMENTARE

  1. No es que se cambie por sexista el idioma en Alemania, es que yo le llamo vater a mi padre y me cruza la cara. Ahora también entiendo que pudierais intuir los alemanes que darth vader era el padre de Luke!

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