Alemolpedia: „postureo“

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Keine Sorge, falls du dieses Wort noch nie gehört oder gelesen hast. Es ist erst vor Kurzem aufgekommen und hat sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken – vor allem in Twitter – verbreitet (siehe Artikel auf Spanisch in „El Economista“ und „GQ“). Noch steht es in keinem Wörterbuch, aber laut Angaben der RAE wurde der Begriff im Jahr 2013 insgesamt 9812-mal auf dem Webportal gesucht, sodass es in nicht allzu ferner Zukunft im DRAE sicher heißen wird: „postureo (de postura): acción y efecto de exhibir una postura artificial o una imagen idealizada de sí mismo, sobre todo en Internet.“ Wenn ich mich beispielsweise mit Cervantes’ „Don Quijote“ am Strand ablichte, oder mit einem Glas Rotwein oder Gin Tonic beim Übersetzen, und so tue, als bestehe das Leben nur aus tollen Schnappschüssen, dann ist das „postureo“. Im Deutschen entspricht dieser Neuschöpfung wohl am ehesten der Begriff „Effekthascherei“ oder das Slangwort „Posen“, denn wer „postureo“ betreibt, ist nur auf einen bestimmten Effekt aus und will Eindruck schinden. In dieser Hinsicht gibt es im Spanischen auch das Verb „posturear“ („nach Effekt haschen“, „posen“) und die Substantive „el/la posturas“ („der/die Poser(in)“).

Welchen Begriff oder Ausdruck würdest du gerne in die Alemolpedia aufnehmen? Schreib mir: andre@diariodeunalemol.com

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