Reden ist Gold

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1949

Ein Vorteil der Arbeit mit Sprachen ist die Vielfalt der möglichen Tätigkeitsbereiche. Ich habe ja schon einmal darüber geschrieben und berichte manchmal, dass neben vielen eher unaufregenden Aufträgen auch hin und wieder wirklich spannende, abwechslungsreiche Aufgaben locken. Gestern durfte ich seit langem wieder einmal ein Voice-over übernehmen – diesmal für einen kurzen Ausschnitt aus einem Dokumentarfilm – und habe nebenbei noch den Schöpfer der in Valencia befindlichen und als „La Pantera Rosa“ und „El Parotet“ bekannten Skulpturen kennengelernt. Eigentlich war die Sache recht kurz und schmerzlos und vor allem unspektakulärer, als es sich anhören mag: Da ich den Text (etwa eineinhalb Seiten) nicht im Voraus zugeschickt bekommen hatte, las ich ihn kurz laut durch, um ihn auf Zungenbrecher und Stolperfallen zu überprüfen. Dann ging es auch schon ans Mikro. Über die Kopfhörer verständigte ich mit dem Aufnahmeleiter und dem Künstler und bekam die einzelnen Textstellen zunächst auf Spanisch vorgespielt, um sie dann beim nächsten Durchlauf auf Deutsch zu sprechen, wobei das spanische Voice-over zur Orientierung leise im Kopfhörer mitlief. Ein bis zwei kleine Versprecher, eine falsche Betonung und ein zu starkes Atemgeräusch sorgten für Wiederholungen, doch nach etwa 20 Minuten war das Ganze auch schon vorbei.

Jetzt sitze ich wieder über der Übersetzung eines Versicherungsscheins … gähn! Na ja, so ist eben mein Übersetzeralltag – auf fünfzig normale Aufträge kommt ein spannender Einsatz. Aber man kann ja nicht nur von Comicübersetzungen und Voice-over leben …

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