April, April

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Keine Angst, im Gegensatz zu meiner Veralberung vom 28. Dezember, einem Tag, an dem man in Spanien wie an unserem 1. April gerne Scherze macht, ist der heutige Artikel durchaus ernst gemeint. Wenn ihr schon immer wissen wolltet, welchen Ursprung die deutschen und spanischen Monatsnamen haben, werft doch mal einen Blick auf den folgenden Auszug aus: „Man spricht Spanisch“:

Der Monat selbst ist auf den indogermanischen Urbegriff „menot“ zurückzuführen, welcher „Mond“, „Mondwechsel“ und „Monat“ bedeutete. [So] dient der Monat zur zeitlichen Orientierung, denn er umfasst die Zeitspanne zwischen Vollmond und Vollmond. In Spanien spricht man vom „mes“, der dem lateinischen „mensis“ entspringt. Schließlich waren es die Römer, die uns die Jahreseinteilung in Monate bescherten, sodass auch die Monatsnamen lateinischen Ursprungs sind. Wie wir im Folgenden sehen werden, lauten diese Namen auf Deutsch und Spanisch sehr ähnlich und unterscheiden sich nur durch geringfügige Anpassungen an die jeweiligen sprachlichen Besonderheiten.

Der Januar (sp. „enero“) ist auf die italische Gottheit Janus, den zweigesichtigen Gott der Türen und Tore, zurückzuführen. Der „(mensis) Ianuarius“ symbolisierte auch den (Jahres)Anfang, der seit 153 v. Chr. mit ebendiesem Monat eingeläutet wird. Ihm folgt der Februar („febrero“), den man einst als „(mensis) Februarius“ (lat. „februare“ bedeutet „reinigen“) im Sinne eines Sühne- und Reinigungsmonats feierte. Der März („marzo“) erhielt seinen Namen vom altrömischen Kriegsgott Mars, dem der „(mensis) Martius“ gewidmet war.

Beim April („abril), dem „(mensis) Aprilis“, vermutet man als Ursprung das Wort „aperire“ (öffnen), doch die genaue Bedeutung ist ungeklärt. Sicher ist jedenfalls, dass man im Regenmonat April in Deutschland wie auch in Spanien mit wechselhaftem Wetter rechnen muss, wie auch der Volksmund weiß: Bei uns heißt es „April, April, der weiß nicht, was er will“, in Spanien sagt man „En abril, aguas mil“ (etwa: „Im April gibt’s tausendfach Wasser“). Der so genannte Wonnemonat Mai („mayo“) leitet sich als „(mensis) Maius“ entweder vom altitalischen Gott Maius – dem Beschützer des Wachstums – oder aber von der Göttin Maia ab, die als Erscheinungsform der Mutter Erde galt.

Beim Juni („junio“) ist die Herkunft eindeutiger bestimmbar, denn für diesen „(mensis) Iunius“ stand Juno, die Göttin der Geburt und Ehe, Patin. Der ähnlich klingende Sommermonat Juli („julio) ist dagegen nach einer menschlichen Persönlichkeit, nämlich Julius Caesar, benannt und heißt auf Latein „(mensis) Iulius“. Auch der August („agosto“) verdankt seinen Namen einem Menschen aus Fleisch und Blut. Mit dem „(mensis) Augustus“ feierten die Römer ihren Kaiser Octavian – auch Augustus, „der Erhabene“, genannt.

Der Name des neunten Monats, September („septiembre“), ist etwas irreführend. Der „(mensis) September“ rührt eigentlich vom lateinischen Zahlwort „septem“ (sieben) her, weil das altrömische Kalenderjahr im März begann. Nach diesem Prinzip wurden auch die restlichen Monatsnamen gebildet. So war „(mensis) October“ eben der achte Monat (lat „octo“ heißt „acht“) und ist bis heute als Oktober („octubre“) erhalten geblieben. Sie haben es sicher geahnt: Der November („noviembre“) ist von lat. „novem“ (das auch unsere „Neun“ hervorbrachte) abgeleitet und war somit der neunte Monat, der „(mensis) November“. Über den letzten Monat des Jahres, Dezember („diciembre“), hätte ich abschließend gerne eine aufregende Anekdote zum Besten gegeben. Leider erschöpft sich aber die Information darin, dass dieser „(mensis) December“ bis ins vorchristliche Jahrhundert der zehnte Kalendermonat (lat. „decem“ bedeutet „zehn“) war.

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