Feuerwerk um jeden Preis

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Heute ist Feiertag in der Autonomen Region Valencia, denn am 9. Oktober 1238 hielt König Jakob I. von Aragón – bzw. Jaume I el Conqueridor, wie er auf Valencianisch heißt – in Valencia Einzug und eroberte die Stadt im Zuge der Reconquista von den Mauren zurück, die seit  711 hier geherrscht hatten. Nachdem die Christen nahezu alle Überreste der maurischen Kultur dem Erdboden gleichgemacht hatte, darunter eine Moschee, auf der die heutige Kathedrale errichtet wurde, wurde Valencia zur Hauptstadt des Königreichs Valencia, das bis 1707 bestehen blieb.

Der als „mocadorá“ bekannte Brauch der Valencianer, ihrer Partnerin heute ein (möglichst sauberes) Taschentuch und Marzipan zu schenken, geht jedoch darauf zurück, das heute auch der Tag des Heiligen Dionysius begangen wird. Als die Bourbonen nämlich im 18. Jh. den Valencianern die Feierlichkeiten und Knaller anlässlich des genannten Reconquista-Jahrestags verboten, griff man kurzerhand zu aus Marzipan geformten Raketen, die als „piuleta i tronador“ bezeichnet und zudem als Geschlechtssymbole (siehe Foto) erachtet werden.

Zu den heutigen Feierlichkeiten zählt aber mittlerweile auch wieder ein prächtiges Feuerwerk, das in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober Valencias Himmel erleuchtet. Denn Valencia ohne Feuerwerk wäre wie Popcorn-Kino ohne Special Effects …

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